02.-04. August 2019 Eifeler NSU Freunde beim Kampf der Zwerge

 

Alex Schneider auf Bleckhausen in der Eifel ist seit 2018 jüngster Teilnehmer der NSU TT Trophy. In der heimischen Oldtimer Werkstatt seines Vaters Wolfgang, hat er bereits als kleiner Junge im Kindergartenalter bei zahlreichen NSU Rennfahrzeugen Öl und Benzin geschnuppert. Hier wurden die berühmten Weltmeister NSU Motorräder restauriert, und auch der Kompressor Rennwagen 6/60 ,der Wankel Rennspider ,Prinz 30 Spiess und Jägermeister TT Replika für die AUDI Tradition restauriert .Als Alex am 24.11.1999 auf die Welt kam, wurde sein heutiges Rennfahrzeug noch von seiner Mutter als Alltagsfahrzeug genutzt. Sein Vater rannte bis dahin im Autocross, Slalom, diversen Sonderläufen und in der Youngtimer Trophy stets mit NSU Fahrzeugen. 10 Jahre später begann Alex über viele Jahre mit dem Kartrennsport, und konnte dort mehrere Meisterschaften gewinnen. Mit 8 Jahren schenkte ihm sein Vater einen herunter gekommenen Prinz 4, an dem er nach Herzenslust herumbasteln konnte. Nachdem er das heimische Ersatzteillager geplündert hatte, war dieser eher biedere Wagen dann recht schnell tiefer, lauter und mit Schalensitz versehen, in den aber nur der Neunjährige rein passte. Überrollbügel und Lederlenkrad wurden ergänzt und sogar ein Frontspoiler. Zitat Alex „ das perfekte Auto für einen Neunjährigen „ als er damit über Omas Wiesen knatterte. Viele Rennen wurden besucht, und als Highlight, zelten beim 24h Rennen am heimischen Nürburgring. Hier konnte er auch zweimal die Nordschleife im Kartkorso unmittelbar vor dem Start der 24h mit seinem Kart umrunden, als 12 und 13 Jähriger. Anders als viele junge Menschen in der heutigen Zeit, verbrachte Alex stets viel Zeit in der Werkstatt, und bastelte immer an irgendetwas herum, Mopeds, Kart´s und eben am Prinz 4. Hier lernte er auch sehr früh wie man Durchrostungen mit Blechen zu schweißt. Mit 15 kam dann die Mofa Zeit , und mit 16 eine 125er mit denen er über 40000 km bei jedem Wetter unterwegs war in nur 3 Jahren. Während dem betreuten Fahren ab 17, durfte er manchmal die beiden heißen NSU TT seiner Eltern bewegen. Bei dem Eifelrennen 2017 trafen wir dann gemeinsam die Kampf der Zwerge Truppe, als Alex als Beifahrer mit seinem Vater im TT bei einem Sonderlauf auf der Nordschleife an den Start ging. Danach stand der Entschluss fest, bei der TT Trophy will auch er dabei sein, nachdem der Kartsportzeit zu Ende ging. Das erste NSU Event war der KDZ Trackday in Chambley Frankreich, bei dem sich zeigte dass Alex auf Anhieb mit dem alten Rennwagen seines Vaters super zurechtkommt.
Zuhause wurde gleich damit begonnen, den gelben NSU seiner Mutter unter die Lupe zu nehmen, leider dauerte der Umbau zu einem Reglement konformen Fahrzeug länger als gedacht .Dach und Unterboden mussten erneuert werden, Vollrestauration war angesagt. Kurzerhand wurde für die Saison 2018 Vaters roter TT von 1971 zum Kampf Zwerge Rennwagen hergerichtet, der seit 20 Jahren keine Rennen mehr bestritten hatte, und daher das ein oder andere erneuert werden musste. Als Antriebsquelle kam ein frisierter 1200 TT Straßenmotor zum Einsatz, der sicherlich 20 PS weniger als die Top Modelle in der TT Trophy hat. Trotzdem gelang es ihm in die Top 4 zu kommen beim ersten Lauf in Spa. In Zandvoort gab es dann technische Probleme, aber beim Saisonfinale zeigte sich, dass man auch mit weniger Leistung im Regen schnell sein kann. Jede freie Minute wurde an dem neuen Renner gearbeitet, vor allem das Triebwerk wurde buchstäblich in letzter Minute fertig, da die Ersatzteillage nicht immer erfreulich war. In Meppen bei den Einstellfahrten zeigte sich trotz Schonmodus für den neu aufgebauten 1300er Rennmotor, dass der Wagen perfekt funktionierte. Der Zusammenbau wurde erst eine Woche vorher mit dem, was vorrätig war begonnen. In Tag und Nachtschichten fieberte man dem ersten Einsatz entgegen. Zunächst waren seit einem halben Jahr ein stärkerer Rennmotor, und ein etwas standfesterer Ersatzmotor gleichzeitig begonnen worden. Leider kam es zu Lieferschwierigkeiten bei beiden Projekten unterschiedlichster Art, was zuletzt zu einem Mix von noch vorrätigen Gebrauchtteilen führte. Für eine Prüfstands Abstimmungen war keine Zeit mehr, so wurden alte Aufzeichnungen herangezogen. Mit einem nur 90 PS schwachen Straßen Motor wollte man nicht mehr antreten, deshalb ging man auf Nummer Sicher mit bewährten Material im Ersatzmotor. Hier flossen 40 Jahre NSU Erfahrung von Vater Wolfgang ein, aber auch die akribische Arbeitsweise, des Flugzeugmechaniker AZUBI Alex, der einen Großteil der Arbeiten alleine ausgeführt hat, und zahlreiche Teile auf den heimischen Werkzeugmaschinen selbst fertigte. Zu den Rennen geht es aber stets zu dritt, Mutter Jutta ist immer dabei, ein eingespieltes Team bei über hundert Kartrennen. Dass beim Auftakt im April in Hockenheim gleich ein Doppelsieg für das Team Schneider gewonnen werden konnte, hätte niemand geglaubt, der den total zerlegten Wagen noch über Weihnachten gesehen hatte. Auch beim Rennen auf dem Nürburgring konnte Alex beide Rennläufe gewinnen obwohl immer noch entscheidende Bauteile wie eine Differentialsperre und die richtigen Fahrwerksfedern fehlten. Im Tschechischen Most verlor er dann Anfang Juli in beiden Rennen die Führung nach einer Safety Car Phase, weil noch kein Optimales Renngetriebe vorhanden war. Auch in Spa Anfang August verpasste er in beiden Läufen knapp den ersten Platz, weil er auf den Geraden die Top Speed von Karl Schroer nicht erreichte. In einem spannenden Duell kämpften die beiden fast in jeder Runde um die Führung die ständig wechselte, und das völlig fair ohne jeglichen Lackaustausch.
Die Eifeler NSU Freunde nutzten das sonnige Wochenende zu einer Clubausfahrt in die nur 100km entfernten Ardennen, und feuerten zahlreich ihren jungen Rennfahrer auf den Tribünen an.
Vor Zandvoort stand Alex zwar noch als Meisterschaftsführender in der Teilnehmerliste, aber bis zum Finale hätte noch vielen passieren können. Unterstützung kam von seinem Clubkamerad von den Eifeler NSU Freunden Jefferey Theisen. Er hat ihm kurzerhand daher sein Spezial Renngetriebe geliehen, womit Alex in Zandvoort schließlich das Wochenende dominiert hat. Bereits im freien Training war abzusehen, dass noch viel mehr geht. Nachdem leider bereits im Qualifikationstraining sein ärgster Verfolger in der TT Trophy wegen Motorschaden ausgeschieden war, nahm es Alex mit der gesamt Spitze der über 50 Starter starken Kampf der Zwerge Truppe auf.
Trainingsschnellster, Souveräner Sieg in beiden Läufen der NSU TT Trophy, schnellster NSU (auch der Einspritzer Klasse 8.2 ) und dritter im Gesamt und somit 3 Pokale war die Ausbeute. Die Meisterschaft der NSU TT Trophy ist wohl mit 6 Siegen und 4 zweiten Plätzen in trockenen Tüchern, aber der Gesamtsieg der Kampf der Zwerge wäre wohl auf dem Nürburgring Anfang Oktober noch drin, da die NSU Klasse immer stark gefüllt war in der Saison.

Wie das Team Schneider sehr gut weiß, zum Schluss wird erst zusammen gerechnet. Noch sehr gut ist der knapp verpasste Euro Kart Cup Titel 2014 in Erinnerung. Hier führte Alex nach Punkten bis zum Finale, um dann nach Abzug der Streichresultate mit 1 Punkt minus nur Vizemeister zu werden. Warten wir ab bis Oktober auf dem Nürburgring. Auf jeden Fall war das ein Einstieg nach Maß für Alex und den alten TT von 1970 der seit 1988 im Familien Besitz ist. Alex´s Vater Wolfgang fährt seinen NSU seit 1980 und Opa Manfred, ( 1961 einer der ersten Deutschen Kartrennfahrer ), fuhr Ende der 60er auf NSU Rally´s und Slalom. Schwester Madeleine hat kürzlich zur Hochzeit einen 1965er TT bekommen.

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